Geschichte
Die Geschichte der Trulli von Alberobello
Man erzählt sich, dass die Trulli aus einem Steuertrick entstanden: Trocken gemauert, ohne Kalk, ließen sie sich vor einer königlichen Inspektion rasch abbauen. Und 1644, so die Überlieferung, musste das tatsächlich geschehen.
Warum trocken gemauert
Alberobello liegt auf einem Boden reich an geschichtetem Kalkstein, dem Material, das die Stadt geprägt hat. Die ersten Trulli gehen auf das 15. Jahrhundert zurück: Bauern, die sich hier niederließen, durften eigene Häuser bauen — allerdings unter einer genauen Bedingung: kein Kalk.
Der verbreitetsten Überlieferung zufolge verbot ein königliches Dekret den Feudalherren, neue Siedlungen zu gründen. Der Trockenbau, Stein auf Stein und ohne Bindemittel, erlaubte es dem Grafen von Conversano, die Casedde bei einer königlichen Inspektion rasch abreißen zu lassen und so die Abgaben an das Königreich zu umgehen: Auf dem Papier blieb das Land unbewohnt — und konnte Jagdrevier bleiben.

1644: die Nacht der Casedde
Man erzählt, dass die List 1644 wirklich auf die Probe gestellt wurde: In einer einzigen Nacht wurden die Casedde abgerissen, die Steine über die Felder verstreut und die Bewohner fortgeschickt. Nach der Inspektion kehrten die Siedler zurück und bauten ihre Häuser wieder auf — stets in Trockenbauweise.
Trotz der Gesetze des Königreichs und der Launen des Feudalherrn Giangirolamo Acquaviva d'Aragona wuchs die Gemeinschaft Anfang des 17. Jahrhunderts dennoch, zahlreich und verwurzelt.

Wie ein Trullo gebaut ist
Das Wort Trullo stammt vom griechischen tholos, "Kuppel": eine gemauerte Ableitung der frühesten Steinhütten. Die gesamte Struktur besteht aus lokalem Kalkstein — bei den ältesten Trulli direkt auf dem Boden auf kreisförmigem Grundriss errichtet, bei den jüngeren, der Mehrheit ab dem 17. Jahrhundert, auf den Umfassungsmauern einer Casedda mit quadratischem Grundriss ruhend.
Die Außenverkleidung besteht aus Chiancarelle, Kalksteinplatten, die wie Dachziegel das Wasser fernhalten. An der Spitze des Kegels sitzt ein dekorativer Schlussstein, von Trullo zu Trullo verschieden, und oft finden sich auf den Kegeln mit Kalkmilch gemalte Symbole: Sterne, Kreuze, Halbmonde.
Im Inneren ist der Raum in zwei Teile gegliedert: in der Mitte ein doppelter Raum, durch eine Empore unter der Kuppel geteilt, und an den Seiten kleine Nischen mit genauen Funktionen — zum Schlafen oder zum Kochen.
1797: Alberobello wird königliche Stadt
1797 erwirkten die Einwohner bei Ferdinand IV. von Bourbon die Befreiung vom Lehen: Alberobello wurde königliche Stadt, und endlich durfte mit Mörtel gebaut werden. Das erste "moderne" Haus war die Casa d'Amore, die noch heute den Übergang von den Trulli zum Mauerwerksbau markiert.
Unser Trullo stand da schon: Er stammt aus dem 18. Jahrhundert, gebaut, als die Trockenbau-Regel noch galt.

1930: Nationaldenkmal
1930 wurden die Trulli von Alberobello zum Nationaldenkmal erklärt: von bäuerlicher Architektur zu schützenswertem Erbe.
1996: UNESCO-Weltkulturerbe
1996 wurden die Trulli von Alberobello in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen — als außergewöhnliches Beispiel einer Bautechnik, die unversehrt überlebt hat und noch immer in Gebrauch ist.

Unser Trullo
Der Trullo im Vicolo D'Annunzio stammt aus dem 18. Jahrhundert. Wir haben ihn unter Achtung der ursprünglichen Bauweise restauriert, den "Tavolato"-Kegel bewahrt — eine Seltenheit, die nur noch wenige Trulli besitzen — ebenso den Sichtstein, und nur ergänzt, was man heute zum Wohlfühlen braucht.
Heute stehen über tausend Trulli unter Schutz. In einem davon können Sie übernachten: in unserem.